Schon der Opa prophezeite, dass er Pastor wird

Samstag, 20. Dezember 2014

KIRCHE Westeraccums neuer Pastor ist zugleich der alte Pastor Holger Erdwiens – Er beendet seine dreijährige Probezeit

Als Pastor auf Probe, so Erdwiens, mache man schon dieselbe Arbeit wie im Vikariat. Doch es sei noch mal eine andere Verantwortung.

VON INGA WIENER-ROHLFS

WESTERACCUM – Viele werden sich erst einmal fragen, ob es unerwartete Bewegung im Kirchenpersonal gibt, doch sie werden schnell merken: Der neue Pastor ist zugleich der alte Pastor, denn Holger Erdwiens aus Westeraccum wird zum Pastor auf Lebenszeit ernannt. Bislang war der 34-Jährige in den Kirchengemeinden Westeraccum, Westerbur und Roggenstede für drei Jahre nur auf Probe tätig. Eine erstaunlich lange Zeit, ehe die endgültige Ernennung zum Pastor erfolgt.

Schubs ins kalte Wasser

Als Pastor auf Probe, so Erdwiens, mache man schon dieselbe Arbeit wie im Vikariat: Gottesdienste, Beerdigungen und Trauungen. Doch es sei noch mal eine andere Verantwortung und eine andere Öffentlichkeit. „Als Vikar wird man von seinem Mentor beziehungsweise Pastor beschützt.“ Doch eine Kirchengemeinde selbst in Eigenverantwortung zu betreuen, sei wie ein „Schubs ins eiskalte Wasser“. Anfangs sei es anstrengend gewesen, denn Edwiens übernahm gleich mehrere Gemeinden, aber mit der Zeit habe es sich eingespielt. Auf diesen Schritt könne man sich nicht vorbereiten. Ein Pastor sagte ihm einst: „Ich kann dir beibringen, Vikar zu werden, aber nicht Pastor zu werden. Die Erfahrung musst du selber machen.“
„Pastor“, sagt Erdwiens, „ist man immer. Es ist eine Berufung.“ Mehr noch – es müsse sogar so sein, denn wenn man dies nur als Job ansehe, dann könne man auch von Mitarbeitern und Ehrenamtlichen nicht viel erwarten. „Man muss da schon ein Stück als Pastor vorangehen“, macht der 34-Jährige deutlich – entweder sei man voll und ganz Pastor oder eben nicht.
Im Februar 2012 trat Erdwiens seine Stelle mit einem Ordinationsgottesdienst an, bei dem er mit seiner Familie offen von der Gemeinde aufgenommen wurde. Es war ihm wichtig, dass sich seine Familie hier wohl fühlt. Gerade hatte er sein zweites theologisches Examen bestanden, das Vikariat in der Gemeinde Riepe hinter sich gebracht.

Pastor Holger Erdwiens beendet nun seine dreijährige Probezeit und übernimmt die Kirchengemeinden Westeraccum, Westerbur und Roggenstede. BILD: INGA WIENER-ROHLFS

Pastor Holger Erdwiens beendet nun seine dreijährige Probezeit
und übernimmt die Kirchengemeinden Westeraccum,
Westerbur und Roggenstede. BILD: INGA WIENER-ROHLFS

Zwei Fulltime-Jobs

Sich in Westeraccum wohlzufühlen, „fiel mir nicht schwer“, erzählt der gebürtige Emder. Die Eingewöhnung sei schnell gegangen, nicht zuletzt, weil die Gemeindeglieder sehr verständnisvoll waren. Schließlich hat der Ostfriese nicht nur den Fulltime-Job als Pastor in den Kirchengemeinden Westeraccum, Westerbur und Roggenstede, sondern im Februar dieses Jahres auch eine Viertelstelle in Westerholt übernommen. Zuvor war er mit einer Viertelstelle in der Kirchengemeinde Esens tätig. Vor kurzem bot er zudem noch einen Glaubenskurs über die evangelische Erwachsenenbildung an. Und nicht zu vergessen: Zuhause im Pfarrhaus in der Johann-Dollmann-Straße 2 in Westeraccum warten seine schwangere Frau Eyleen, die ebenfalls Theologie studiert hat, und seine Kinder: die sechsjährige Johanna, der vierjährige Jascha und der zweijährige Konrad. Doch Holger Erdwiens hat alles gut im Griff und scheint die „Ruhe selbst zu sein“ – eben der geborene Pastor. Das wusste auch schon Opa Johann, der ihm bereits damals prophezeite: „Du wirst auf jeden Fall Pastor.“ Und der musste es wissen, denn sowohl sein Vater, dessen Bruder als auch ein Cousin schlugen diesen Berufsweg ein.

Werdegang

Dabei stand dieser Weg des „Pastorseins“ anfangs gar nicht so im Vordergrund. Nach dem Abitur 1999 am Gymnasium im Treckfahrtstief in Emden, begann er ein Studium in Sozialwissenschaften an der Fachhochschule Emden. „Erst als in der Gemeinde Emden/Borssum ein neuer Vikar kam und dieser sich Zeit nahm, um mir meine Fragen bezüglich eines Theologiestudiums zu beantworten“, berichtet der Pastor, sei es letzten Endes zu der Entscheidung gekommen, Theologie zu studieren. Das tat er von 2002 bis 2005 in Bielefeld-Bethel, anschließend ging er 2005 nach Leipzig und schließlich nach Münster. 2007 stand noch ein Auslandsaufenthalt in England an, an dem auch seine Frau Eyleen teilnahm. Am Beruf reize ihn vor allem, der Umgang mit Menschen, die sich in bewegenden Situationen befinden – ob bei erfreulichen oder traurigen Ereignissen.
Im Laufe der vergangenen drei Jahre hat Erdwiens die Kirchengemeinden allesamt liebgewonnen. „Jede Kirche versprüht ihren eigenen Charme.“ Und auch seine Frau und seine Kinder fühlen sich in der 400-Seelengemeinde wohl. „Als Pastor möchte ich liebevoll, biblisch und weltoffen die Botschaft Gottes weitergeben. Für mich ist es kein Widerspruch, zugleich biblisch und theologisch fundiert als auch in zeitgemäßer, freundlicher und einladender Weise, Kirche zu sein.“
Doch nun hat die Probezeit ein Ende, und es stand obligatorisch ein Bewerbungsverfahren an. Im Wahlverfahren für die Pfarrstelle haben sich die Kirchenvorstände in geheimer Abstimmung am 9. Dezember für Pastor Holger Erdwiens entschieden, berichtet Superintendentin Angela Grimm. Erdwiens ist sichtlich erleichtert und sehr froh über diese Entscheidung.

Heiligabendgottesdienst

Wahrscheinlich wird er im Februar 2015 offiziell eingeführt – doch vorerst muss noch eine kleine Hürde genommen werden, denn die Aufstellungspredigt an Heiligabend steht an. „Da freue ich mich schon sehr darauf, aber aufgeregt bin ich nicht.“ Dennoch bereite er sich wie auf jeden Gottesdienst, auch auf diesen, vor. Der Weihnachtsgottesdienst am Mittwoch, 24. Dezember, wird um 19.30 in der Westeraccumer Kirche stattfinden.

Veröffentlicht im Anzeiger für Harlingerland vom 20. Dezember 2014

Konfirmanden backen Brot des Lebens

Donnerstag, 9. Oktober 2014

Aktion: Erlöse sind für Bildungsprojekte in Kolumbien, Bangladesch und Ghana bestimmt

OK2011008brotdeslebens

Bei Bäckermeister Dollmann in Westerende bekamen die Jugendlichen Einblicke ins Bäckerhandwerk.

Westerende/HOP – Gutes tun, in der Gemeinschaft mit Spaß viel lernen und sogar noch praktische Berufserfahrung sammeln – dieser Spagat  gelingt bei der diesjährigen Aktion „5000 Brote – Konfis backen Brot für die Welt“ der evangelischen Kirchengemeinden und dem Bäckerhandwerk. Auch Dornumer Konfirmanden sind mit dabei, sie backten in der Bäckerei von Bäckermeister Hans-Hermann Dollmann in Westerende unter dessen Anleitung feinstes Kürbisbrot, das dann am Sonntag nach dem Gottesdienst von den Nachwuchsbäckern verkauft wurde. Der Erlös kommt Kinder- und Jugendbildungsprojekten auf drei Kontinenten zugute: Bogotá (Kolumbien), Dhaka (Bangladesch) und Kumasi (Ghana). Begleitend befassen sich die Jugendlichen im Konfirmandenunterricht mit diesen drei Ländern in Lateinamerika, Asien und Afrika und deren Lebensumständen. Außerdem schnuppern sie ins Bäckerhandwerk und können so schon feststellen, ob sie sich eine  handwerkliche Tätigkeit auch als späteren Beruf vorstellen können.

Begleitetet wurden die Kinder Merlin Freese, Kim Biermann, Laura Jahnke, Viktor Heeren und Tommes Peters aus Westeraccum, Leon Borchert und Christoph Kczack aus Westerbur sowie Malte Schoone und Leon Nowak aus Roggenstede von Pastor Holger Erdwiens, der sich wie die Kinder ebenfalls im Kneten und Flechten von Teig versuchte. „Was auch ein sehr schöner Nebeneffekt sein kann, ist die Sensibilisierung für Lebensmittel“, findet der Pastor. Gebacken wurde auch je ein spezielles Erntedankbrot für jede der drei Ortschaften. Den Kindern hat der Tag sehr viel Freude gemacht und sie bilanzierten übereinstimmend, dass es „voll cool“ war. Einer kann sich sogar vorstellen, selber Bäcker zu werden – aber nur in dieser Bäckerei, denn „die verstehen sich hier echt gut und sind super nett drauf“.

Zwirbeln und flechten, damit es schöne Zöpfe gibt. Marcel Barghorn und Hans-Hermann Dollmann, Pastor Holger Erdwiens (verdeckt) und die Konfirmanden sind fleißig. Foto:  Hoppe

Zwirbeln und flechten, damit es schöne Zöpfe gibt. Marcel Barghorn und Hans-Hermann Dollmann, Pastor Holger Erdwiens (verdeckt) und die Konfirmanden sind fleißig. Foto: Hoppe

Hans-Hermann Dollmann ist bereits Bäcker in dritter Generation. 1929 hatte sein Großvater Johannes das Geschäft übernommen, dessen Sohn Erich löste ihn 1953 ab und der jetzige Chef führt die Geschäfte zusammen mit seiner Frau Adele seit 1990. MarioHagen gehört seit mehr als 30 Jahren zum Team und Azubi Marcel Barghorn macht der Job auch immer noch Freude. Angst vor Arbeit haben sie nicht, moderne  Brotmischungen kommen ihnen nicht in den Ofen. Hier wird noch traditionell gebacken – genau wie früher nach altbewährter Art.

Während dann die diversen Leckereien im Ofen gebacken wurden, war es Zeit für eine echte Stärkung, ein Orangensaft und ein feiner Berliner brachte in der Sonne verbrauchte Kräfte blitzschnell zurück. Als Wegzehrung bekamen sie auch noch echt ostfriesische Penningskoken mit. „Diese Plätzchen aus Mürbeteig gab es früher bei uns zum Preis von einem Pfennig das Stück“, wusste der Altmeister Erich Dollmann zu berichten.

Veröffentlicht im Ostfriesischen Kurier vom 8. Oktober 2014 (Seite 10) – Fotos Hoppe

Sommerzeit unter dichtem Blätterdach

Samstag, 10. August 2013

SERIE Kirche im Urlaub (7): Gottesdienst auf dem Buchenhof von Konrad Onnen – „Kirchenkids“ dabei

Zum zweiten Mal gestaltet die Gemeinde Westeraccum ihren sommerlichen Gottesdienst auf dem Buchenhof.

VON HEIDI HINRICHS

WESTERACCUM – Der Wind rauscht durch das Blätterdach, das Schatten spendet rund um den Buchenhof von Konrad Onnen.

Bild lesende Frau

Die lesende Frau, eine Skulptur, die von Landwirt Konrad Onnen (r.) aus Beton geschaffen wurde, wird morgen im Gottesdienst miteinbezogen, verrät Pastor Holger Erdwiens schon mal.
BILD: HEIDI HINRICHS

Das ehrwürdige Anwesen, seit 1960 Wohn- und Wirkungsort der Familie Onnen, wird morgen zum zweiten Mal der Ort des sommerlichen Gottesdienstes der kleinen Kirchengemeinde Westeraccum, in dem Pastor Holger Erdwiens zum Thema „Suchen und Finden“ predigen wird. Im vergangenen Jahr hatten Meene Schmidt, Kirchenvorsteher, und Konrad Onnen gemeinsam die Idee, dass der Buchenhof mit seiner parkähnlichen Umgebung mit viel Platz, Brücken über Gräben und den Skulpturen aus Beton, die der Hausherr selbst in Handarbeit herstellte, ein guter Platz für einen Gottesdienst sei. Meene Schmidt, selbst Landwirt und inzwischen für die Flächen von Konrad Onnen zuständig, der sich inzwischen mit seinen 80 Lebensjahren zur Ruhe gesetzt hat, hatte Onnen gefragt, der hatte sofort zugestimmt. Er, auf dessen Anwesen es ansonsten eher ruhig zugeht, freut sich über den Besuch der  Kirchengemeinde.

Bescheiden hält er sich zurück, aber stellt sein „Reich“ gerne zur Verfügung. „Nicht ich bin Gastgeber, sondern die Kirchengemeinde“, sagt er zurückhaltend.

Holger Erdwiens ist begeistert von den Möglichkeiten, den solch ein Freilichtgottesdienst mit sich bringt. Die Skulpturen, wie zum Beispiel der Sämann im vergangenen  Jahr, lassen sich thematisch sehr gut in den Gottesdienst einbeziehen, so Erdwiens. Diesmal, so verrät er schon
mal, ist die lesende Frau im Garten Dreh- und Angelpunkt des Gottesdienstes, der um 14 Uhr am morgigen Sonntag beginnt.

„Im Sommer möchten die Menschen draußen sein“, so Pastor Holger Erdwiens, der seit vergangenem Jahr in der Gemeinde tätig ist. Dieses Bedürfnis werde mit diesem „Freilichtgottesdienst“ aufgegriffen. Mit wenig Aufwand werden Bänke für die Besucher des Gottesdienstes aufgestellt, es wird ein wenig geschmückt, für Ausweichmöglichkeiten bei Regen wird gesorgt.

Im vergangenen Jahr nutzten rund 80 Besucher das ungewöhnliche Angebot. „In diesem Jahr werden wir sicherlich mehr“, so Holger Erdwiens. Denn in diesem  Jahr werden die „Kirchenkids“ der Gemeinde, die Kinder des Kindergottesdienstes den Gottesdienst mitgestalten. Wenn Eltern und Großeltern mitkommen, wird der Buchenhofgarten sehr belebt werden.

Keine Orgel, sondern das Akkordeon, das von Paul Luitjens gespielt wird, begleitet den Gemeindegesang. Hanne Schuirmann und Holger Erdwiens spielen Gitarre. Es wird ein Suchspiel für die Kinder geben und zur Stärkung nach dem Gottesdienst wird zu Kaffee und Kuchen geladen.

Veröffentlicht im Anzeiger für Harlingerland vom 10. August 2013

Sieben neue Bäume für einen Ort des Lebens

Mittwoch, 17. April 2013

Aktion: Gemeinde Westeraccum freut sich über Baumspende des Naturschutzbundes Dornum

Auf dem neuen Friedhof wurden die Bäume gepflanzt.Westeraccum – Mitglieder des Naturschutzbundes (Nabu) Dornum und der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Westeraccum pflanzten am Sonnabend, 13. April, an dem vor einigen Jahren neu angelegten Friedhof sieben neue Bäume. Nachdem vor längerer Zeit mehrere alte Bäume gefällt wurden, ist die Kirchengemeinde sehr froh, mit der finanziellen und auch tatkräftigen Unterstützung des Nabu drei Weißdornen, eine Linde und drei Hainbuchen rundumden ersten Abschnitt des neuen Friedhofes pflanzen zu können.

„Friedhöfe sind Orte für eine würdige  Bestattung der Toten, Orte der Trauer, der Besinnung und der Hoffnung – über den Tod hinaus, und damit auch Orte des Lebens“, so der Kirchenvorstand der Gemeinde. „Sie sind aber auch Orte der Begegnung“, so die Vorsitzende des Kirchenvorstandes, Almut Harms. „Dank der Anpflanzung  der Bäume, unter denen später vielleicht eine schöne Bank stehen wird, haben die Angehörigen und Besucher des Friedhofs die Möglichkeit, eine Moment innezuhalten, mit anderen ins Gespräch zu kommen und gleichzeitig ein sichtbares Zeichen von Gottes Schöpfung wahrzunehmen.“

„Wir freuen uns, dass dieses Vorhaben in Zusammenarbeit mit der Kirchengemeinde Westeraccum umgesetzt werden konnte“, so der Vorsitzende des Nabu Dornum, Gerhard Harms. „Mit den heute gepflanzten Bäumen schaffen wir  Lebensraum für heimische Vögel und leisten einen aktiven Beitrag für die Umwelt. Es ist also eine Bereicherung für Mensch und Tier. Bereits im vergangenen Jahrwurden die vom Nabu Dornum am Glockenturmder Dornumer Kircheangebrachten Nistkästen für Mauersegler kontrolliert, dabei wurde festgestellt, dass diese alle genutzt werden. Daraufhin haben wir mit der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Dornum beschlossen, noch weitere Nistkästen anzubringen, was inzwischen auch geschehen ist. Diese gemeinsamen Aktionen sind eine besonders schöne  Entwicklung, die wir gern ausbauen möchten.“

Veröffentlicht: Ostfriesischer Kurier vom 16. April 2013

Fotos der Jubelkonfirmationen in Rogenstede und Westerbur

Sonntag, 25. November 2012

Im Internet sind auf unserer neuen Webseite jetzt die Fotos der Jubelkonfirmationen in Roggenstede und Westerbur in unserer Bildergalerie abrufbar.