Autogottesdienst: Jeder für sich und alle zusammen

WESTERACCUMERSIEL/DORNUMERSIEL. (dit) „Keiner hatte Lust, Leute an der Kirchentür abzuweisen. Gerade an Heiligabend“, erzählt Pastor Stephan Birkholz-Hölter. Weil früh abzusehen war, dass die Regeln dazu führen würden, dass die Kirchen nicht so voll werden dürfen, haben er und die Mitglieder der Kirchenvorstände Roggenstede, Westeraccum und Westerbur nach anderen Möglichkeiten gesucht.

Ein Autogottesdienst sei eine Option gewesen. „Wir haben erst einmal überlegt, ob wir eine geeignete Fläche haben“, sagt der sogenannte Springer-Pastor des Kirchenkreises, der in den drei Gemeinden während der Vakanz vertritt. Die Fläche gibt es: die Parkplätze rechts und links vom Hafenbecken in Westeraccumersiel/Dornumersiel. Zuerst waren die Veranstalter selbst skeptisch. Doch es gab von Anfang an viel Unterstützung. Die Bühne, die auf dem Schöpfwerk stehen wird und auch die Boote im Hafen werden zudem weihnachtlich dekoriert, damit die richtige Atmosphäre aufkommt.

Damit niemand sein Fenster aufmachen muss, wird der Ton über eine Radiofrequenz übertragen. „Niemand muss technikaffin sein“, betont Birkholz-Hölter. Denn die Frequenz werde am Eingang bekanntgegeben und darauf eine Erkennungsmelodie gespielt. Weil die Autos auch einen Abstand von 1,5 Meter zueinander haben müssen – falls doch jemand sein Fenster öffnet – passen zwar nicht ganz 300 Autos auf die Parkplätze, doch Birkholz-Hölter ist sicher, dass es trotzdem reicht. „Es sitzen ja mehrere Menschen in jedem Auto.“

Das Besondere am Autogottesdienst: Im Wagen darf gesungen werden. „Ich habe gemerkt, dass es mir sehr fehlt. Und wir haben bewusst viel Musik und viele bekannte Weihnachtslieder eingeplant“, sagt der Pastor, der den Gottesdienst um 16.30 Uhr zusammen mit Lektor Daniel Galts aus Dornum hält.

Quelle: Anzeiger für Harlingerland vom 17.12.2020