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Sonntag, 4. September 2022

VERWALTUNG – Die neuen regionalen Kirchenbüros gehen an den Start – Sechs Frauen an vier Standorten

von Julia Dittmann

ESENS/HARLINGERLAND. Nach rund zwei Jahren Planung ist es nun so weit: Die Regionalbüros des Kirchenkreises Harlingerland gehen an den Start. Sie sollen Arbeit erleichtern und bündeln. „Das Besondere im Harlingerland ist, dass es vorher oft gar keine Kirchenbüros gab“, sagt Superintendentin Eva Hadem.

Gemeinden entlasten

Die Verwaltung hätten damals das Pfarramt und Ehrenamtliche wie Mitglieder der Kirchenvorstände übernommen. Die sollen mit den Regionalbüros entlastet werden. Denn für die viele Verwaltung brauche man Fachkräfte. Davon gibt es nun sechs, an vier Standorten im Kirchenkreis Harlingerland: Drei Frauen teilen sich die Stelle in Esens und je eine besetzt die Büros in Wittmund, Neustadtgödens und Westerholt. Zwei der Stellen sind neu geschaffen worden, bei den anderen übernehmen die bisherigen Kräfte mehr Stunden.

Sonja Ihnen im Büro in Holtriem
Sonja Ihnen im Büro in Holtriem (Bild privat)

Die Vorteile für die Regionalbüros sind vielfältig, findet die Superintendentin. Es gibt jetzt verlässliche Ansprechpartner für alle Gemeindemitglieder. Bei den Kirchenbüros werden alle Aufgaben übernommen, von der jetzt digitalen Kirchenbuchführung zum Ausstellen eines Tauf- oder Patenscheins. So könnten Verwaltungsaufgaben zudem auch rund weiterlaufen, wenn eine Pastorenstelle vakant wird. „Es ist sowieso so, dass es immer weniger Pastoren sich um mehr Gemeinden kümmern müssen“, sagt Hadem.

Natürlich gebe es bei einer Zentralisierung von Aufgaben immer Stimmen, die etwa den Standort kritisieren, wenn er etwas außerhalb liegt. Drei Gemeinden im Kirchenkreis machen nicht bei den Regionalbüros mit: Leerhafe, Blomberg und Spiekeroog. Aber es laufe jetzt viel digital, vieles könne per Mail, aber auch per Post verschickt werden. Die Mitarbeiterinnen seien darin fit. „Wir haben viele relativ junge Frauen, die da sehr motiviert sind.“

Mehr Zusammenarbeit

Die Hoffnung ist, dass sich durch die Regionalbüros auch weitere gemeindeübergreifende Arbeit ergibt – also dass Gemeinden auch etwa in der Kinderarbeit verstärkt zusammenarbeiten. „Das muss auch so werden. Denn die Stellen werden weniger“, sagt Hadem. Die Regionalbüros seien ein Weg in diese Richtung.

Im vergangenen Jahr stellte der Kirchenkreis einen Förderantrag. Denn die Landeskirche Hannover unterstützt Projekte im Programm „Attraktive Gemeindebüros“. Nun ist der Antrag genehmigt. Die Büros im Harlingerland sind eines der ersten Projekte, die aus dem Programm gefördert werden, teilt Hadem mit.

Quelle: Anzeiger für Harlingerland vom 01.09.2022