Archiv für Februar 2015

Zum Pastor auf Lebenszeit ernannt

Dienstag, 10. Februar 2015

Einführungsgottesdienst für Holger Erdwiens seht gut besucht

ROGGENSTEDE / KKH – Einen schöneren Tag hätte sich Holger Erdwiens, Pastor der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden an der Ee: Roggenstede, Westeraccum und Westerbur, für seine Einführung am vergangenen Sonntag nicht aussuchen können. Bei strahlendem Sonnenschein und milden Temperaturen strömten die Gemeindeglieder der drei Kirchengemeinden regelrecht in die Roggensteder Kirche. Die mit Blumen verzierten Kirchenbänke waren bis auf den letzten Platz besetzt. Drei Jahre war er Pastor zur Anstellung, jetzt ist er es in den drei Kirchengemeinden auf Lebenszeit.

Einführugn Pastor Erdwiens

Superintendentin Angela Grimm und Pastor Holger Erdwiens
(v. l.) ziehen in die Roggensteder Kirche ein. FOTO: INGA WIENER-ROHLFS

Im Februar 2012 trat Erdwiens seinen Full-Time-Job als Pastor in den Kirchengemeinden Westeraccum, Wes-terbur und Roggenstede an. Vor genau einem Jahr übernahm er noch eine Viertelstelle in Westerholt. Seine Frau Eyleen, ebenfalls Pastorin, unterstützt den 35-Jährigen in allen Lebenslagen und seine bislang drei Kinder, das vierte ist unterwegs, Johanna, Jascha und Konrad halten ihren Vater zusätzlich auf Trab.

Pastoren und Diakone aus dem Kirchenkreis Harlingerland, Vertreter der drei Kirchenvorstände Roggenstede, Westeraccum und Westerbur sowie Superintendentin Angela Grimm zogen zusammen mit Erdwiens in die Roggensteder Kirche ein. Kirchenvorsteher Georg Claassen aus Roggenstede begrüßte die Gemeindeglieder und verlas schließlich auch die Ernennungsurkunde der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannover, dass Pastor Erdwiens vom 1. Februar diesen Jahres an in das Pfarrverhältnis auf Lebenszeit ernannt wurde.

Die Einsegnung nahm Angela Grimm vor. Dabei assistierten ihr Georg Claassen, Kirchenvorsteher Stefan Behrends aus Westeraccum, Kirchenvorsteherin Manuela Breitbach aus Westerbur sowie die Pastorinnen Angela Walther aus Bremen und Astrid Jürgena aus Westerholt. „Nachdem Pastor Erdwiens die harte Segnung auch ohne Kniekissen gut überstanden hat“, habe er sich vollends bewährt, schmunzelte Grimm. „Ich freue mich sehr, dass Pastor Erdwiens und seine Familie sich dazu entschlossen haben, hier zu verweilen.“ Groß erzählen über den Mann mit den rot-blonden Haaren musste die Superintendentin nicht, „da man Pastor Erdwiens ja bereits kennt“. Dennoch sollen die Gemeinden ihm auch weiterhin beistehen und seine Worte durch die Heilige Schrift überprüfen, richtete Angela Grimm noch einmal das Wort an die Gemeinde.

Untermalt wurde der Einführungsgottesdienst durch musikalische Vortragsstücke von Regina Weitz an der Gitarre und Heiner Hammoor mit der Mundharmonika von der Christlichen Lebensgemeinschaft „Die Zugvögel“ aus Westerbur und auch vom Kirchenchor Roggenstede. Dina-Céline Borchert (Westerbur) und Eske Jochems (Westeraccumersiel), Begleiter von Konfirmanden in den drei Kirchengemeinden, lasen einen Auszug des Predigttextes „Das Gleichnis vom vierfachen Ackerfeld“, indem ein Sämann (Bauer) hinausgeht, um Saat auf seinem Acker auszustreuen. Dabei fielen Teile der Saat auf den Weg, auf das Steinige und unter die Dornen. Dorthin, wo nichts wachsen konnte und doch säte er auch dort. Der letzte Teil der Samen fiel in die gute Erde und es gab Frucht. Dieses Himmelsreichgleichnis stellt den Bauern als Bild für Jesus dar, der die frohe Botschaft verkündigt. Die Saat ist ein Bild für die gute Nachricht des Evangeliums. Der Acker ist ein Bild für die Menschen, die Gottes Wort hören. Aber nicht alle Samenkörner gehen auf. Wenn sie auf den Weg fallen oder auf den Felsen oder unter die Dornen, gibt es keine Ernte. So ist es bei den Menschen. Viele hören Gottes Wort, doch nicht alle glauben.

Daran lehnte auch Pastor Erdwiens seine Predigt aus dem Lukas-Evangelium „Das Gleichnis vom Feigenbaum“ an und verwies noch einmal auf das abgedruckte Foto auf dem Programmheft. Dieses zeigte das Dach der Westeraccumer Kirche, auf dem tatsächlich ein kleiner Baum wuchs. „An den unmöglichsten Orten kann etwas wachsen.“ Auch in der Kirchengemeinde müsse man wie der Sämann oft mit begrenzten Mitteln planen und nicht immer entstünde etwas Fruchtbares. Aber der Glaube daran kann ja bekanntlich Berge versetzen. Mit dem Segen des Pastors entließ Erdwiens seine „Schäfchen“ und lud im Anschluss noch zu einer gemütlichen Tasse Tee im Gemeindehaus ein.

Veröffentlicht im Anzeiger für Harlingerland vom 10. Februar 2015