Archiv für Oktober 2014

Konfirmanden backen Brot des Lebens

Donnerstag, 9. Oktober 2014

Aktion: Erlöse sind für Bildungsprojekte in Kolumbien, Bangladesch und Ghana bestimmt

OK2011008brotdeslebens

Bei Bäckermeister Dollmann in Westerende bekamen die Jugendlichen Einblicke ins Bäckerhandwerk.

Westerende/HOP – Gutes tun, in der Gemeinschaft mit Spaß viel lernen und sogar noch praktische Berufserfahrung sammeln – dieser Spagat  gelingt bei der diesjährigen Aktion „5000 Brote – Konfis backen Brot für die Welt“ der evangelischen Kirchengemeinden und dem Bäckerhandwerk. Auch Dornumer Konfirmanden sind mit dabei, sie backten in der Bäckerei von Bäckermeister Hans-Hermann Dollmann in Westerende unter dessen Anleitung feinstes Kürbisbrot, das dann am Sonntag nach dem Gottesdienst von den Nachwuchsbäckern verkauft wurde. Der Erlös kommt Kinder- und Jugendbildungsprojekten auf drei Kontinenten zugute: Bogotá (Kolumbien), Dhaka (Bangladesch) und Kumasi (Ghana). Begleitend befassen sich die Jugendlichen im Konfirmandenunterricht mit diesen drei Ländern in Lateinamerika, Asien und Afrika und deren Lebensumständen. Außerdem schnuppern sie ins Bäckerhandwerk und können so schon feststellen, ob sie sich eine  handwerkliche Tätigkeit auch als späteren Beruf vorstellen können.

Begleitetet wurden die Kinder Merlin Freese, Kim Biermann, Laura Jahnke, Viktor Heeren und Tommes Peters aus Westeraccum, Leon Borchert und Christoph Kczack aus Westerbur sowie Malte Schoone und Leon Nowak aus Roggenstede von Pastor Holger Erdwiens, der sich wie die Kinder ebenfalls im Kneten und Flechten von Teig versuchte. „Was auch ein sehr schöner Nebeneffekt sein kann, ist die Sensibilisierung für Lebensmittel“, findet der Pastor. Gebacken wurde auch je ein spezielles Erntedankbrot für jede der drei Ortschaften. Den Kindern hat der Tag sehr viel Freude gemacht und sie bilanzierten übereinstimmend, dass es „voll cool“ war. Einer kann sich sogar vorstellen, selber Bäcker zu werden – aber nur in dieser Bäckerei, denn „die verstehen sich hier echt gut und sind super nett drauf“.

Zwirbeln und flechten, damit es schöne Zöpfe gibt. Marcel Barghorn und Hans-Hermann Dollmann, Pastor Holger Erdwiens (verdeckt) und die Konfirmanden sind fleißig. Foto:  Hoppe

Zwirbeln und flechten, damit es schöne Zöpfe gibt. Marcel Barghorn und Hans-Hermann Dollmann, Pastor Holger Erdwiens (verdeckt) und die Konfirmanden sind fleißig. Foto: Hoppe

Hans-Hermann Dollmann ist bereits Bäcker in dritter Generation. 1929 hatte sein Großvater Johannes das Geschäft übernommen, dessen Sohn Erich löste ihn 1953 ab und der jetzige Chef führt die Geschäfte zusammen mit seiner Frau Adele seit 1990. MarioHagen gehört seit mehr als 30 Jahren zum Team und Azubi Marcel Barghorn macht der Job auch immer noch Freude. Angst vor Arbeit haben sie nicht, moderne  Brotmischungen kommen ihnen nicht in den Ofen. Hier wird noch traditionell gebacken – genau wie früher nach altbewährter Art.

Während dann die diversen Leckereien im Ofen gebacken wurden, war es Zeit für eine echte Stärkung, ein Orangensaft und ein feiner Berliner brachte in der Sonne verbrauchte Kräfte blitzschnell zurück. Als Wegzehrung bekamen sie auch noch echt ostfriesische Penningskoken mit. „Diese Plätzchen aus Mürbeteig gab es früher bei uns zum Preis von einem Pfennig das Stück“, wusste der Altmeister Erich Dollmann zu berichten.

Veröffentlicht im Ostfriesischen Kurier vom 8. Oktober 2014 (Seite 10) – Fotos Hoppe