Friedhöfe sollen ein Paradies für Insekten werden

Mittwoch, 16. November 2022

Die Kirchengemeinde Westeraccum in Dornum beteiligt sich an einem Umwelt-Projekt der Landeskirche Hannover. Das Ziel: Mehr Biodiversität auf den Friedhöfen. Dahingehend bittet die Kirchengemeinde um Hilfe.

von Julia Dittmann

Westeraccumersiel Die Kirchengemeinde Westeraccum beteiligt sich an einem Naturschutz-Projekt der Landeskirche Hannover. Die Friedhöfe der Gemeinde sollen mit mehr Bäumen, Sträuchern, Blühpflanzen und Stauden naturnäher gestaltet werden, schreibt die Kirchengemeinde. Einen Teil der Umgestaltung übernimmt eine Firma aus Dornum. Die übrigen Pflanzen, Sträucher und Bäume sollen mit der Hilfe der Anwohner in die schon vorbereiteten Pflanzlöcher eingesetzt werden. Außerdem sollen auf den Freiflächen hunderte von Blumenzwiebeln gepflanzt werden.

Suche nach Helfern

„Dazu brauchen wir ganz viele freiwillige Helferinnen und Helfer“, ruft Kirchenvorstand Almut Harms auf und ergänzt: „Daher hoffen wir auf Unterstützung von den Kirchenkids, den Konfirmanden, den Einwohnern, den Friedhofsnutzern und auch von den Westeraccumer Vereinen. Wir freuen uns, wenn auch die Kinder mithelfen.“ Wer helfen möchte, kann am Samstag, 19. November, um 10 Uhr zum Gemeindehaus kommen. Es wird darum gebeten, einen Spaten und/oder eine Harke mitzubringen. Unter anderem werden auf dem alten Friedhof neue Heckenpflanzen einzusetzen sein, um die Weißdornhecke wieder zu vervollständigen, heißt es in der Mitteilung.

Gemeinschaftsurnengrab

Weiterhin wird dort ein Gemeinschaftsurnengrab, welches mit Stauden bepflanzt wird, angelegt werden. Auf dem Friedhof an der Kirche wird darüber hinaus eine Gedenkstätte für die auf See bestatteten Menschen aus der Gemeinde geschaffen werden. Auf dem neueren Friedhof wird ein Baum gepflanzt und Blühflächen werden angelegt. Auf der noch freien Friedhofserweiterungsfläche wird eine große Blühwiese angelegt und als Abgrenzung eine Blühhecke gepflanzt. „All diese Maßnahmen sollen dazu dienen, der Natur wieder etwas mehr Raum zu geben und für Mensch und Tier einen lebens- und liebenswürdigen Ort zu schaffen“, erklärt Kirchenvorstand Almut Harms.

Im Zuge dieser Arbeiten werden auch die Wege auf dem neuen Friedhof hergerichtet. Durch die vorhandene Thujahecke wird in Richtung Blühwiese eine Öffnung vorgenommen, durch die der Weg in diesen Bereich ausgebaut wird, der dann rund um die Blühwiese führen soll. „Vielleicht können dort im nächsten Jahr auch noch zwei bis drei Ruhebänke aufgestellt werden“, so Harms.

Link zur Einladung an alle Einwohner.

Quelle: Anzeiger für Harlingerland vom 16.11.2022

Hintergrund

Die Landeskirche Hannovers führt seit Juli 2021 ein Naturschutz-Projekt durch, das im Bundesprogramm „Biologische Vielfalt“ fünf Jahre lang gefördert wird. Kirchengemeinden, die sich auf ihren Flächen für die biologische Vielfalt engagieren wollen, können einen Biodiversitätscheck durchführen lassen und werden dabei unterstützt, der Natur mehr Raum zu geben. Das Projekt „BiodiversitätsCheck in Kirchengemeinden“ wird im Verbund von drei kirchlichen Partnern durchgeführt: der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers, dem Erzbistum Köln (EBK) und der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW). Fördermittel in Höhe von 3,58 Millionen Euro werden für das Vorhaben zur Verfügung gestellt.

Sie kümmern sich um alles im Kirchenkreis

Sonntag, 4. September 2022

VERWALTUNG – Die neuen regionalen Kirchenbüros gehen an den Start – Sechs Frauen an vier Standorten

von Julia Dittmann

ESENS/HARLINGERLAND. Nach rund zwei Jahren Planung ist es nun so weit: Die Regionalbüros des Kirchenkreises Harlingerland gehen an den Start. Sie sollen Arbeit erleichtern und bündeln. „Das Besondere im Harlingerland ist, dass es vorher oft gar keine Kirchenbüros gab“, sagt Superintendentin Eva Hadem.

Gemeinden entlasten

Die Verwaltung hätten damals das Pfarramt und Ehrenamtliche wie Mitglieder der Kirchenvorstände übernommen. Die sollen mit den Regionalbüros entlastet werden. Denn für die viele Verwaltung brauche man Fachkräfte. Davon gibt es nun sechs, an vier Standorten im Kirchenkreis Harlingerland: Drei Frauen teilen sich die Stelle in Esens und je eine besetzt die Büros in Wittmund, Neustadtgödens und Westerholt. Zwei der Stellen sind neu geschaffen worden, bei den anderen übernehmen die bisherigen Kräfte mehr Stunden.

Sonja Ihnen im Büro in Holtriem
Sonja Ihnen im Büro in Holtriem (Bild privat)

Die Vorteile für die Regionalbüros sind vielfältig, findet die Superintendentin. Es gibt jetzt verlässliche Ansprechpartner für alle Gemeindemitglieder. Bei den Kirchenbüros werden alle Aufgaben übernommen, von der jetzt digitalen Kirchenbuchführung zum Ausstellen eines Tauf- oder Patenscheins. So könnten Verwaltungsaufgaben zudem auch rund weiterlaufen, wenn eine Pastorenstelle vakant wird. „Es ist sowieso so, dass es immer weniger Pastoren sich um mehr Gemeinden kümmern müssen“, sagt Hadem.

Natürlich gebe es bei einer Zentralisierung von Aufgaben immer Stimmen, die etwa den Standort kritisieren, wenn er etwas außerhalb liegt. Drei Gemeinden im Kirchenkreis machen nicht bei den Regionalbüros mit: Leerhafe, Blomberg und Spiekeroog. Aber es laufe jetzt viel digital, vieles könne per Mail, aber auch per Post verschickt werden. Die Mitarbeiterinnen seien darin fit. „Wir haben viele relativ junge Frauen, die da sehr motiviert sind.“

Mehr Zusammenarbeit

Die Hoffnung ist, dass sich durch die Regionalbüros auch weitere gemeindeübergreifende Arbeit ergibt – also dass Gemeinden auch etwa in der Kinderarbeit verstärkt zusammenarbeiten. „Das muss auch so werden. Denn die Stellen werden weniger“, sagt Hadem. Die Regionalbüros seien ein Weg in diese Richtung.

Im vergangenen Jahr stellte der Kirchenkreis einen Förderantrag. Denn die Landeskirche Hannover unterstützt Projekte im Programm „Attraktive Gemeindebüros“. Nun ist der Antrag genehmigt. Die Büros im Harlingerland sind eines der ersten Projekte, die aus dem Programm gefördert werden, teilt Hadem mit.

Quelle: Anzeiger für Harlingerland vom 01.09.2022

Urlaubsseelsorger liebt Musik am E-Piano

Mittwoch, 6. Juli 2022

KIRCHE – Anton Lambertus lädt zu Andachten in Sielorten ein und möchte Besucher zum Singen animieren

von Ina Frerichs

WESTERACCUMERSIEL. Wer in diesen Tagen ins Nee Kapellenhuus nach Westeraccumersiel kommt, hört Musik. Anton Lambertus sitzt an seinem E-Piano und spielt kirchliche Lieder, Gospel- und Popsongs. Der 60-Jährige aus Oyten ist evangelisch-lutherischer Pastor im Kirchenkreis Verden – und seit dem 1. Juli Urlaubsseelsorger und Musiker in Westeraccumer- und Dornumersiel.

Von der Kirche in Verden geht es für ihn nach Ostfriesland: Zwei Wochen findet Anton Lambertus im Nee Kapellenhuus ein Zuhause auf Zeit. Das füllt er mit Leben, dort findet er Ruhe. Im und vor dem Andachtshaus am Alten Hafen, unweit des Zwei-Siele-Museums in Westeraccumersiel, und am Strand von Dornumersiel, lädt er Einheimische und Gäste zum Innehalten ein.

Über Ostfriesland

Ein Gottesdienst sowie gemeinsames Singen haben bereits stattgefunden. Es gab auch ein Friedensgebet mit Blick auf die Krise in Europa. „Es sind kurze Momente, die lösen etwas aus“, resümiert der Pastor. Ein paar Besucher seien am Montag zur Andacht draußen vor dem Nee Kapellenhuus gekommen, was den Pastor freut. Etwas mehr Resonanz würde er sich noch wünschen: „Ich freue mich, wenn die Andachten angenommen werden und die Menschen mitmachen.“

Mittwochabend geht es mit Musik vor dem Haus am Alten Hafen weiter. Ein Aushang im Schaukasten vor dem Nee Kapellenhuus macht auch auf die Angebote aufmerksam.

Anton Lambertus kennt Ostfriesland. Er ist in Großefehn aufgewachsen, hat später als Vikar auf Langeoog und Kurpastor auf verschiedenen Inseln gearbeitet. Er macht gern Urlaub an der Küste und war als Pastor an Silvester und Neujahr in Gottesdiensten tätig. Anton Lambertus schätzt die kleinen Kirchen in Westeraccum, Roggenstede und Westerbur, das sind die Kirchengemeinden an der Ee. „Es ist leise, und ich mag die gute Luft“, sagt er über die ostfriesische Küste. Ein Freund habe ihn schließlich auf die Urlauberseelsorge aufmerksam gemacht. Anton Lambertus bewarb sich beim Haus kirchlicher Dienste der Landeskirche Hannovers – und kam nun als Urlaubsseelsorger an die Küste. Neben den Andachten mit Musik heißt er Menschen für Gespräche willkommen.

„Ich bin sehr gerne draußen“, sagt Lambertus. Er gehe jeden Tag an den Strand und schwimme in der Nordsee. „Man kann hier wunderbar Radfahren“, sagt Lambertus, der auch gern Freunde einlädt.

Pastor Anton Lambertus aus Oyten ist im Juli Urlaubsseelsorger und Musiker an der Küste in Westeraccumersiel und Dornumersiel. Im und vor dem Nee Kapellenhuus spielt er gerne auf seinem E-Piano. BILD: Ina Frerichs
Pastor Anton Lambertus aus Oyten ist im Juli Urlaubsseelsorger und Musiker an der Küste in Westeraccumersiel und Dornumersiel. Im und vor dem Nee Kapellenhuus spielt er gerne auf seinem E-Piano. BILD: Ina Frerichs

Musik als Pastor

In Verden arbeitet er unter anderem als Springerpastor, Jugendarrestseelsorger und mit älteren Menschen in Seniorenheimen. Lambertus schätzt das Zusammensein mit Menschen jeglichen Alters. „Ich habe die Möglichkeit, Vielseitigkeit zu leben. Das liebe ich an meinem Beruf.“ Über seine Leidenschaft, die Musik, und die Verbindung zum Pastoren-Dasein sagt er: „Ich möchte Menschen zum Singen animieren.“ Er spielt gern E-Piano und Gitarre. Ihm ist es ein Anliegen, einen Denkanstoß, einen Impuls zu geben und die Initiative zu wecken, um den „Ort geistlichen Lebens“, das Nee Kapellenhuus, mit Leben zu füllen und die Urlaubsseelsorge bekannter zu machen. In Dornumer- und Westeraccumersiel sei es um die Urlaubsseelsorge ruhiger geworden.

So freut sich der Pastor, dass er in diesen Tagen Urlaubsseelsorger sein darf – und „Morning has broken“ und andere Musikstücke erklingen lässt.

Das Angebot

Anton Lambertus, Urlaubsseelsorger, lädt zu folgenden Andachten ein:

40 Minuten mit Gott am Sonntag, 10. Juli, um 10 Uhr im Kirchen-Zelt auf dem Campingplatz in Dornumersiel; evangelischer Gottesdienst mit neuen geistlichen Liedern und Anton Lambertus mit Predigt und E-Piano.

Gemeinsames offenes Singen und Friedensgebet am Montag, 11. Juli, um 18.30 Uhr, am Nee Kapellenhuus am Alten Hafen, Westeraccumersiel. Hunde dürfen draußen gerne mit dabei sein. Bei Regen geht es nicht, dann geht es ins Haus.

Musik am Abend – offenes Singen mit Pop und Swing am Mittwoch, 6. und 13. Juli, um 18.30 Uhr am Nee Kapellenhuus. Am E-Piano spielt Anton Lambertus.

Quelle: Anzeiger für Harlingerland vom 06.07.2022

Neues Stellenmodell und Gesamtgemeinde

Donnerstag, 9. Juni 2022

VERSAMMLUNG – Kirche informiert Einwohner

WESTERACCUM. (Ah) Die Evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden an der Ee (Roggenstede, Westeraccum und Westerbur) laden am Freitag, 10. Juni, 19 Uhr zu einer Gemeindeversammlung in das Dorfgemeinschaftshaus Westeraccum ein. Die Veranstaltung war schon für März geplant, musste aber Corona-bedingt verschoben werden. Thema sind die drei größeren Veränderungen in den Gemeinden, wie Pastor Stephan Birkholz-Hölter in einer Pressemitteilung sagt:

Bildung einer Gesamtkirchengemeinde: Ab 1. Januar 2023 (jetziger Planungsstand) sollen die drei Kleinstgemeinden Roggenstede, Westeraccum und Westerbur eine „Gesamtkirchengemeinde“ bilden. Dadurch können Leitungs- und Verwaltungsabläufe vereinfacht, vereinheitlicht und verschlankt werden. Dennoch bleiben erstmal alle drei jeweils eigene Körperschaft.

Neues Stellenmodell: Seit dem 1. Juni gilt auf Beschluss der Kirchenkreissynode eine Wiederbesetzungssperre für die Kirchengemeinden an der Ee. Das bedeutet, dass die seit fünf Jahren vakante Pfarrstelle nicht mehr ausgeschrieben wird. Stattdessen übernehmen Pastor Stephan Birkholz-Hölter und Diakonin Heike Pendias vom Kirchenkreis die Beauftragung, die insgesamt halbe Stelle mit je einem Viertel ihres Dienstes zu versorgen. Beide wurden am Pfingstmontag ein einem feierlichen Gottesdienst durch Superintendentin Eva Hadem dafür beauftragt.

Errichtung eines regionalen Kirchenbüros: Für die gesamte Region (zusammen mit weiteren Gemeinden) soll es ab dem 1. September ein gemeinsames Kirchenbüro in Westerholt geben, in dem die Verwaltungsarbeit für alle beteiligten Gemeinden zusammenläuft. Wenn sich das einspielen sollte, werden dadurch Pfarramt und Kirchenvorstände ein Stück weit von Verwaltungsaufgaben entlastet.

Zu allen Themen werden Kirchenvorstände und Superintendentin Hadem bei der Versammlung informieren, Fragen beantworten und Anregungen aufnehmen. Eingeladen sind die Gemeindeglieder aller drei beteiligten Kirchengemeinden.

Quelle: Anzeiger für Harlingerland vom 09.06.2022

Lösung für vakante Pfarrstelle gefunden

Freitag, 3. Juni 2022

WESTERACCUM. (Ah) Die Kirchengemeinden an der Ee, Roggenstede, Westeraccum und Westerbur, sind seit mehr als fünf Jahren vakant und haben keinen Pastor. Seitdem übernimmt mit Stephan Birkholz-Hölter der Springer-Pastor des Kirchenkreises Harlingerland die Vakanzvertretung, heißt es in einer Pressemitteilung.

Da die Gemeinden sehr klein sind, haben sie auch zusammen nur eine halbe Stelle, und die konnte in all der Zeit nicht neu besetzt werden, sagt Stephan Birkholz-Hölter. Nun soll sie auch nicht mehr ausgeschrieben werden. Stattdessen greift eine neue Lösung, die die Kirchenkreissynode im Frühjahr beschlossen hat: Stephan Birkholz-Hölter und die Springer-Diakonin des Kirchenkreises Heike Pendias werden mit je einem Viertel ihres Dienstes dauerhaft für den Dienst in den Gemeinden beauftragt. Die Diakonin wohnt in Westerbur, sodass es wieder eine Ansprechpartnerin vor Ort gibt. Der Pastor wird weiterhin von Wittmund aus Pendeln. Beide seien sich mit den drei Kirchenvorständen einig, dass die neue Lösung im Blick auf Planungssicherheit einige Vorteile mit sich bringt, schreibt der Pastor. Die Beauftragung erfolgt durch Superintendentin Eva Hadem in einem gemeinsamen Gottesdienst der drei Kirchengemeinden am Pfingstmontag, 6. Juni, um 14 Uhr in der Kirche in Roggenstede.

Stephan Birkholz-Hölter und Heike Pendias

Dabei werden die beiden Pastoren eine Dialog-Predigt über das biblische Verständnis von „Gemeinde“ halten. Musikalisch wird der Gottesdienst vom Musikteam Westeraccum mitgestaltet.

Quelle : Anzeiger für Harlingerland vom 02.06.2022