Neues Stellenmodell und Gesamtgemeinde

Donnerstag, 9. Juni 2022

VERSAMMLUNG – Kirche informiert Einwohner

WESTERACCUM. (Ah) Die Evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden an der Ee (Roggenstede, Westeraccum und Westerbur) laden am Freitag, 10. Juni, 19 Uhr zu einer Gemeindeversammlung in das Dorfgemeinschaftshaus Westeraccum ein. Die Veranstaltung war schon für März geplant, musste aber Corona-bedingt verschoben werden. Thema sind die drei größeren Veränderungen in den Gemeinden, wie Pastor Stephan Birkholz-Hölter in einer Pressemitteilung sagt:

Bildung einer Gesamtkirchengemeinde: Ab 1. Januar 2023 (jetziger Planungsstand) sollen die drei Kleinstgemeinden Roggenstede, Westeraccum und Westerbur eine „Gesamtkirchengemeinde“ bilden. Dadurch können Leitungs- und Verwaltungsabläufe vereinfacht, vereinheitlicht und verschlankt werden. Dennoch bleiben erstmal alle drei jeweils eigene Körperschaft.

Neues Stellenmodell: Seit dem 1. Juni gilt auf Beschluss der Kirchenkreissynode eine Wiederbesetzungssperre für die Kirchengemeinden an der Ee. Das bedeutet, dass die seit fünf Jahren vakante Pfarrstelle nicht mehr ausgeschrieben wird. Stattdessen übernehmen Pastor Stephan Birkholz-Hölter und Diakonin Heike Pendias vom Kirchenkreis die Beauftragung, die insgesamt halbe Stelle mit je einem Viertel ihres Dienstes zu versorgen. Beide wurden am Pfingstmontag ein einem feierlichen Gottesdienst durch Superintendentin Eva Hadem dafür beauftragt.

Errichtung eines regionalen Kirchenbüros: Für die gesamte Region (zusammen mit weiteren Gemeinden) soll es ab dem 1. September ein gemeinsames Kirchenbüro in Westerholt geben, in dem die Verwaltungsarbeit für alle beteiligten Gemeinden zusammenläuft. Wenn sich das einspielen sollte, werden dadurch Pfarramt und Kirchenvorstände ein Stück weit von Verwaltungsaufgaben entlastet.

Zu allen Themen werden Kirchenvorstände und Superintendentin Hadem bei der Versammlung informieren, Fragen beantworten und Anregungen aufnehmen. Eingeladen sind die Gemeindeglieder aller drei beteiligten Kirchengemeinden.

Quelle: Anzeiger für Harlingerland vom 09.06.2022

Lösung für vakante Pfarrstelle gefunden

Freitag, 3. Juni 2022

WESTERACCUM. (Ah) Die Kirchengemeinden an der Ee, Roggenstede, Westeraccum und Westerbur, sind seit mehr als fünf Jahren vakant und haben keinen Pastor. Seitdem übernimmt mit Stephan Birkholz-Hölter der Springer-Pastor des Kirchenkreises Harlingerland die Vakanzvertretung, heißt es in einer Pressemitteilung.

Da die Gemeinden sehr klein sind, haben sie auch zusammen nur eine halbe Stelle, und die konnte in all der Zeit nicht neu besetzt werden, sagt Stephan Birkholz-Hölter. Nun soll sie auch nicht mehr ausgeschrieben werden. Stattdessen greift eine neue Lösung, die die Kirchenkreissynode im Frühjahr beschlossen hat: Stephan Birkholz-Hölter und die Springer-Diakonin des Kirchenkreises Heike Pendias werden mit je einem Viertel ihres Dienstes dauerhaft für den Dienst in den Gemeinden beauftragt. Die Diakonin wohnt in Westerbur, sodass es wieder eine Ansprechpartnerin vor Ort gibt. Der Pastor wird weiterhin von Wittmund aus Pendeln. Beide seien sich mit den drei Kirchenvorständen einig, dass die neue Lösung im Blick auf Planungssicherheit einige Vorteile mit sich bringt, schreibt der Pastor. Die Beauftragung erfolgt durch Superintendentin Eva Hadem in einem gemeinsamen Gottesdienst der drei Kirchengemeinden am Pfingstmontag, 6. Juni, um 14 Uhr in der Kirche in Roggenstede.

Stephan Birkholz-Hölter und Heike Pendias

Dabei werden die beiden Pastoren eine Dialog-Predigt über das biblische Verständnis von „Gemeinde“ halten. Musikalisch wird der Gottesdienst vom Musikteam Westeraccum mitgestaltet.

Quelle : Anzeiger für Harlingerland vom 02.06.2022

Kirche sucht nach Hilfe bei neuem Ökoprojekt

Mittwoch, 9. März 2022

WESTERACCUM. (ah) „Bick“ ist ein Projekt der Evangelischen Landeskirche Hannovers und die Abkürzung für Bio­diversitätscheck in Kirchengemeinden. Hier werden Friedhöfe und kirchliche Außen­flächen ins Augenmerk genommen, da diese Areale eine große Möglichkeit bieten, der Natur wieder mehr Raum zu verschaffen. Das Projekt fördert die Artenvielfalt und das handelnde Engagement vor Ort. Der Kirchenvorstand in Westeraccum hat sich für dieses Projekt mit dem Friedhof beworben und die Zusage für einen Betrag von 3500 Euro aus Hannover bekommen. Zehn Prozent schießt die Gemeinde aus eigenen Mitteln dazu.

Bei einer ersten Begehung der Friedhöfe im Herbst 2021 mit Astrid Lahmann, Projekt­mitarbeiterin des Hauses kirchlicher Dienste der Landeskirche, sammelten die Anwesenden schon einige Ideen. Die spööem der Stärkung der Artenvielfalt dienen und damit eine Unterstützung der Umwelt bedeuten. Zum Beispiel können Rasenmäharbeiten in bestimmten Bereichen re­duziert werden. So können dort Pflanzen zum Blühen kommen, die den Insekten als Nahrungsquelle dienen. Außerdem sollen im Bereich des Pfarrgartens Nisthilfen für Vögel und Fledermäuse angebracht werden.

Der Kirchenvorstand möchte aktiv etwas für den Natur- und Artenschutz anstoßen und hofft, in der Gemeinde viele Unterstützer zu finden. Der Friedhof ist ja der Ort in der Gemeinde, zu dem jeder einen Bezug hat, zumal in den meisten Fällen die Angehörigen dort bestattet werden. „Hier einen Bereich von umgebenden Pflanzen, Sträuchern und Bäumen, einen Ort des Gedenkens, der Ruhe, der Besin­nung und des Lebens schaffen, ist uns ein großes Anliegen“, sagt Kirchenvorstandsvorsitzende Almut Harms. „Wir hoffen, mit den gemeinsamen Aktivitäten zur ökologischen Aufwertung auch jüngere Menschen in unserer Gemeinde ansprechen und motivieren zu können.“ Beim Projekt könnten auch Rasengräber angelegt werden.

Da der Kirchenvorstand die anfallenden Arbeiten nicht alleine ausführen kann, bittet er um Mithilfe. Alle Maßnahmenvorschläge sollen bei einer öffentlichen Begehung der Friedhöfe, zu der die Kirchengemeinde Westeraccum alle Interessierten am Freitag, 11. März, um 14.30 Uhr (Treffpunkt vor dem Gemeindehaus) ein­lädt, vorgestellt und diskutiert werden.

Quelle: Anzeiger für Harlingerland vom 05.03.2022

Antependien führen durch das Kirchenjahr

Freitag, 23. April 2021

GLAUBEN – Westerbur erhielt neue Vorhänge für den Altar im kleinsten Gotteshaus der Kirchengemeinde an der Ee

von Helmut Burmann

WESTERBUR. Ein Kirchenjahr wird bunt durch seine Farben: Violett, Weiß, Grün und Rot haben ihre liturgische Bedeutung. Diese ist am deutlichsten sichtbar am Antependium (lateinisch „Vorhang“) am Altar. Vielfach handelt es sich dabei um reich verzierte und bestickte Vorhänge aus Stoff. Nicht so in der Kirchengemeinde Westerbur, die vor kurzem neue Vorhänge für ihren Stipes, den Altar-Unterbau, bekam. Das Westerburer Antependium ist aus Wolle und wurde mit Seide verfeinert. Vor dem Antependium steht als Zeichen der Gemeinde ein Schiff aus Edelstahl mit goldfarbenem Rumpf, das vom Dornumersieler Arno Weyerts gefertigt wurde.

Aber auch das Antependium wurde in der Gemeinde hergestellt – in der Dornumer Handweberei Fiefschaft, die von der Mutter des Westerburer Kirchenvorstehers Johannes Steffens, Irene Steffens, gegründet wurde. Finanziert hat die nur 180 Mitglieder große Kirchengemeinde, die seit nunmehr fast drei Jahren einen neuen Geistlichen sucht, ihren neuen Altarschmuck, der jüngst eingeweiht wurde, durch Kollekten, freiwilliges Kirchengeld und eine Zuwendung der Raiffeisen Volksbank Fresena.

Die Westerburer Kirche ist die jüngste und kleinste der drei Kirchen der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden an der Ee – Roggenstede, Westeraccum und Westerbur. Erstmals wird Westerbur im Jahr 1530 als Kirchspiel erwähnt. Zuvor soll in Westerbur nur eine Kapelle gestanden haben, eine Filialkirche von Fulkum. Die Kirche wurde im Jahr 1753 auf den Grundmauern der mittelalterlichen Vorgängerkirche als Saalkirche mit polygonalem Chor erbaut. Dabei wurden die alten Backsteine wiederverwendet. Westlich ist der kleine Kirchturm angebaut, der auch als Eingang fungiert.

Der Innenraum wird von einem hölzernen Tonnengewölbe abgeschlossen. Die Einrichtungsgegenstände stammen im Wesentlichen aus dem Vorgängerbau.

Die Orgel wurde 1860 von Arnold Rohlfs gebaut und verfügt über sieben Register auf einem Manual und angehängtem Pedal.[4] Ungewöhnlich ist dessen Bauweise als sogenanntes Messerrückenpedal, das in Ostfriesland nur selten begegnet und Rohlfs noch in Thunum (1855) und vermutlich auch in Siegelsum (1845) eingesetzt hat. Das Instrument ist weitgehend erhalten.

Quelle: Anzeiger für Harlingerland vom 10.04.2021

Autogottesdienst: Jeder für sich und alle zusammen

Sonntag, 20. Dezember 2020

WESTERACCUMERSIEL/DORNUMERSIEL. (dit) „Keiner hatte Lust, Leute an der Kirchentür abzuweisen. Gerade an Heiligabend“, erzählt Pastor Stephan Birkholz-Hölter. Weil früh abzusehen war, dass die Regeln dazu führen würden, dass die Kirchen nicht so voll werden dürfen, haben er und die Mitglieder der Kirchenvorstände Roggenstede, Westeraccum und Westerbur nach anderen Möglichkeiten gesucht.

Ein Autogottesdienst sei eine Option gewesen. „Wir haben erst einmal überlegt, ob wir eine geeignete Fläche haben“, sagt der sogenannte Springer-Pastor des Kirchenkreises, der in den drei Gemeinden während der Vakanz vertritt. Die Fläche gibt es: die Parkplätze rechts und links vom Hafenbecken in Westeraccumersiel/Dornumersiel. Zuerst waren die Veranstalter selbst skeptisch. Doch es gab von Anfang an viel Unterstützung. Die Bühne, die auf dem Schöpfwerk stehen wird und auch die Boote im Hafen werden zudem weihnachtlich dekoriert, damit die richtige Atmosphäre aufkommt.

Damit niemand sein Fenster aufmachen muss, wird der Ton über eine Radiofrequenz übertragen. „Niemand muss technikaffin sein“, betont Birkholz-Hölter. Denn die Frequenz werde am Eingang bekanntgegeben und darauf eine Erkennungsmelodie gespielt. Weil die Autos auch einen Abstand von 1,5 Meter zueinander haben müssen – falls doch jemand sein Fenster öffnet – passen zwar nicht ganz 300 Autos auf die Parkplätze, doch Birkholz-Hölter ist sicher, dass es trotzdem reicht. „Es sitzen ja mehrere Menschen in jedem Auto.“

Das Besondere am Autogottesdienst: Im Wagen darf gesungen werden. „Ich habe gemerkt, dass es mir sehr fehlt. Und wir haben bewusst viel Musik und viele bekannte Weihnachtslieder eingeplant“, sagt der Pastor, der den Gottesdienst um 16.30 Uhr zusammen mit Lektor Daniel Galts aus Dornum hält.

Quelle: Anzeiger für Harlingerland vom 17.12.2020