Urlaubsseelsorger liebt Musik am E-Piano

Mittwoch, 6. Juli 2022

KIRCHE – Anton Lambertus lädt zu Andachten in Sielorten ein und möchte Besucher zum Singen animieren

von Ina Frerichs

WESTERACCUMERSIEL. Wer in diesen Tagen ins Nee Kapellenhuus nach Westeraccumersiel kommt, hört Musik. Anton Lambertus sitzt an seinem E-Piano und spielt kirchliche Lieder, Gospel- und Popsongs. Der 60-Jährige aus Oyten ist evangelisch-lutherischer Pastor im Kirchenkreis Verden – und seit dem 1. Juli Urlaubsseelsorger und Musiker in Westeraccumer- und Dornumersiel.

Von der Kirche in Verden geht es für ihn nach Ostfriesland: Zwei Wochen findet Anton Lambertus im Nee Kapellenhuus ein Zuhause auf Zeit. Das füllt er mit Leben, dort findet er Ruhe. Im und vor dem Andachtshaus am Alten Hafen, unweit des Zwei-Siele-Museums in Westeraccumersiel, und am Strand von Dornumersiel, lädt er Einheimische und Gäste zum Innehalten ein.

Über Ostfriesland

Ein Gottesdienst sowie gemeinsames Singen haben bereits stattgefunden. Es gab auch ein Friedensgebet mit Blick auf die Krise in Europa. „Es sind kurze Momente, die lösen etwas aus“, resümiert der Pastor. Ein paar Besucher seien am Montag zur Andacht draußen vor dem Nee Kapellenhuus gekommen, was den Pastor freut. Etwas mehr Resonanz würde er sich noch wünschen: „Ich freue mich, wenn die Andachten angenommen werden und die Menschen mitmachen.“

Mittwochabend geht es mit Musik vor dem Haus am Alten Hafen weiter. Ein Aushang im Schaukasten vor dem Nee Kapellenhuus macht auch auf die Angebote aufmerksam.

Anton Lambertus kennt Ostfriesland. Er ist in Großefehn aufgewachsen, hat später als Vikar auf Langeoog und Kurpastor auf verschiedenen Inseln gearbeitet. Er macht gern Urlaub an der Küste und war als Pastor an Silvester und Neujahr in Gottesdiensten tätig. Anton Lambertus schätzt die kleinen Kirchen in Westeraccum, Roggenstede und Westerbur, das sind die Kirchengemeinden an der Ee. „Es ist leise, und ich mag die gute Luft“, sagt er über die ostfriesische Küste. Ein Freund habe ihn schließlich auf die Urlauberseelsorge aufmerksam gemacht. Anton Lambertus bewarb sich beim Haus kirchlicher Dienste der Landeskirche Hannovers – und kam nun als Urlaubsseelsorger an die Küste. Neben den Andachten mit Musik heißt er Menschen für Gespräche willkommen.

„Ich bin sehr gerne draußen“, sagt Lambertus. Er gehe jeden Tag an den Strand und schwimme in der Nordsee. „Man kann hier wunderbar Radfahren“, sagt Lambertus, der auch gern Freunde einlädt.

Pastor Anton Lambertus aus Oyten ist im Juli Urlaubsseelsorger und Musiker an der Küste in Westeraccumersiel und Dornumersiel. Im und vor dem Nee Kapellenhuus spielt er gerne auf seinem E-Piano. BILD: Ina Frerichs
Pastor Anton Lambertus aus Oyten ist im Juli Urlaubsseelsorger und Musiker an der Küste in Westeraccumersiel und Dornumersiel. Im und vor dem Nee Kapellenhuus spielt er gerne auf seinem E-Piano. BILD: Ina Frerichs

Musik als Pastor

In Verden arbeitet er unter anderem als Springerpastor, Jugendarrestseelsorger und mit älteren Menschen in Seniorenheimen. Lambertus schätzt das Zusammensein mit Menschen jeglichen Alters. „Ich habe die Möglichkeit, Vielseitigkeit zu leben. Das liebe ich an meinem Beruf.“ Über seine Leidenschaft, die Musik, und die Verbindung zum Pastoren-Dasein sagt er: „Ich möchte Menschen zum Singen animieren.“ Er spielt gern E-Piano und Gitarre. Ihm ist es ein Anliegen, einen Denkanstoß, einen Impuls zu geben und die Initiative zu wecken, um den „Ort geistlichen Lebens“, das Nee Kapellenhuus, mit Leben zu füllen und die Urlaubsseelsorge bekannter zu machen. In Dornumer- und Westeraccumersiel sei es um die Urlaubsseelsorge ruhiger geworden.

So freut sich der Pastor, dass er in diesen Tagen Urlaubsseelsorger sein darf – und „Morning has broken“ und andere Musikstücke erklingen lässt.

Das Angebot

Anton Lambertus, Urlaubsseelsorger, lädt zu folgenden Andachten ein:

40 Minuten mit Gott am Sonntag, 10. Juli, um 10 Uhr im Kirchen-Zelt auf dem Campingplatz in Dornumersiel; evangelischer Gottesdienst mit neuen geistlichen Liedern und Anton Lambertus mit Predigt und E-Piano.

Gemeinsames offenes Singen und Friedensgebet am Montag, 11. Juli, um 18.30 Uhr, am Nee Kapellenhuus am Alten Hafen, Westeraccumersiel. Hunde dürfen draußen gerne mit dabei sein. Bei Regen geht es nicht, dann geht es ins Haus.

Musik am Abend – offenes Singen mit Pop und Swing am Mittwoch, 6. und 13. Juli, um 18.30 Uhr am Nee Kapellenhuus. Am E-Piano spielt Anton Lambertus.

Quelle: Anzeiger für Harlingerland vom 06.07.2022

Neues Stellenmodell und Gesamtgemeinde

Donnerstag, 9. Juni 2022

VERSAMMLUNG – Kirche informiert Einwohner

WESTERACCUM. (Ah) Die Evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden an der Ee (Roggenstede, Westeraccum und Westerbur) laden am Freitag, 10. Juni, 19 Uhr zu einer Gemeindeversammlung in das Dorfgemeinschaftshaus Westeraccum ein. Die Veranstaltung war schon für März geplant, musste aber Corona-bedingt verschoben werden. Thema sind die drei größeren Veränderungen in den Gemeinden, wie Pastor Stephan Birkholz-Hölter in einer Pressemitteilung sagt:

Bildung einer Gesamtkirchengemeinde: Ab 1. Januar 2023 (jetziger Planungsstand) sollen die drei Kleinstgemeinden Roggenstede, Westeraccum und Westerbur eine „Gesamtkirchengemeinde“ bilden. Dadurch können Leitungs- und Verwaltungsabläufe vereinfacht, vereinheitlicht und verschlankt werden. Dennoch bleiben erstmal alle drei jeweils eigene Körperschaft.

Neues Stellenmodell: Seit dem 1. Juni gilt auf Beschluss der Kirchenkreissynode eine Wiederbesetzungssperre für die Kirchengemeinden an der Ee. Das bedeutet, dass die seit fünf Jahren vakante Pfarrstelle nicht mehr ausgeschrieben wird. Stattdessen übernehmen Pastor Stephan Birkholz-Hölter und Diakonin Heike Pendias vom Kirchenkreis die Beauftragung, die insgesamt halbe Stelle mit je einem Viertel ihres Dienstes zu versorgen. Beide wurden am Pfingstmontag ein einem feierlichen Gottesdienst durch Superintendentin Eva Hadem dafür beauftragt.

Errichtung eines regionalen Kirchenbüros: Für die gesamte Region (zusammen mit weiteren Gemeinden) soll es ab dem 1. September ein gemeinsames Kirchenbüro in Westerholt geben, in dem die Verwaltungsarbeit für alle beteiligten Gemeinden zusammenläuft. Wenn sich das einspielen sollte, werden dadurch Pfarramt und Kirchenvorstände ein Stück weit von Verwaltungsaufgaben entlastet.

Zu allen Themen werden Kirchenvorstände und Superintendentin Hadem bei der Versammlung informieren, Fragen beantworten und Anregungen aufnehmen. Eingeladen sind die Gemeindeglieder aller drei beteiligten Kirchengemeinden.

Quelle: Anzeiger für Harlingerland vom 09.06.2022

Lösung für vakante Pfarrstelle gefunden

Freitag, 3. Juni 2022

WESTERACCUM. (Ah) Die Kirchengemeinden an der Ee, Roggenstede, Westeraccum und Westerbur, sind seit mehr als fünf Jahren vakant und haben keinen Pastor. Seitdem übernimmt mit Stephan Birkholz-Hölter der Springer-Pastor des Kirchenkreises Harlingerland die Vakanzvertretung, heißt es in einer Pressemitteilung.

Da die Gemeinden sehr klein sind, haben sie auch zusammen nur eine halbe Stelle, und die konnte in all der Zeit nicht neu besetzt werden, sagt Stephan Birkholz-Hölter. Nun soll sie auch nicht mehr ausgeschrieben werden. Stattdessen greift eine neue Lösung, die die Kirchenkreissynode im Frühjahr beschlossen hat: Stephan Birkholz-Hölter und die Springer-Diakonin des Kirchenkreises Heike Pendias werden mit je einem Viertel ihres Dienstes dauerhaft für den Dienst in den Gemeinden beauftragt. Die Diakonin wohnt in Westerbur, sodass es wieder eine Ansprechpartnerin vor Ort gibt. Der Pastor wird weiterhin von Wittmund aus Pendeln. Beide seien sich mit den drei Kirchenvorständen einig, dass die neue Lösung im Blick auf Planungssicherheit einige Vorteile mit sich bringt, schreibt der Pastor. Die Beauftragung erfolgt durch Superintendentin Eva Hadem in einem gemeinsamen Gottesdienst der drei Kirchengemeinden am Pfingstmontag, 6. Juni, um 14 Uhr in der Kirche in Roggenstede.

Stephan Birkholz-Hölter und Heike Pendias

Dabei werden die beiden Pastoren eine Dialog-Predigt über das biblische Verständnis von „Gemeinde“ halten. Musikalisch wird der Gottesdienst vom Musikteam Westeraccum mitgestaltet.

Quelle : Anzeiger für Harlingerland vom 02.06.2022

Kirche sucht nach Hilfe bei neuem Ökoprojekt

Mittwoch, 9. März 2022

WESTERACCUM. (ah) „Bick“ ist ein Projekt der Evangelischen Landeskirche Hannovers und die Abkürzung für Bio­diversitätscheck in Kirchengemeinden. Hier werden Friedhöfe und kirchliche Außen­flächen ins Augenmerk genommen, da diese Areale eine große Möglichkeit bieten, der Natur wieder mehr Raum zu verschaffen. Das Projekt fördert die Artenvielfalt und das handelnde Engagement vor Ort. Der Kirchenvorstand in Westeraccum hat sich für dieses Projekt mit dem Friedhof beworben und die Zusage für einen Betrag von 3500 Euro aus Hannover bekommen. Zehn Prozent schießt die Gemeinde aus eigenen Mitteln dazu.

Bei einer ersten Begehung der Friedhöfe im Herbst 2021 mit Astrid Lahmann, Projekt­mitarbeiterin des Hauses kirchlicher Dienste der Landeskirche, sammelten die Anwesenden schon einige Ideen. Die spööem der Stärkung der Artenvielfalt dienen und damit eine Unterstützung der Umwelt bedeuten. Zum Beispiel können Rasenmäharbeiten in bestimmten Bereichen re­duziert werden. So können dort Pflanzen zum Blühen kommen, die den Insekten als Nahrungsquelle dienen. Außerdem sollen im Bereich des Pfarrgartens Nisthilfen für Vögel und Fledermäuse angebracht werden.

Der Kirchenvorstand möchte aktiv etwas für den Natur- und Artenschutz anstoßen und hofft, in der Gemeinde viele Unterstützer zu finden. Der Friedhof ist ja der Ort in der Gemeinde, zu dem jeder einen Bezug hat, zumal in den meisten Fällen die Angehörigen dort bestattet werden. „Hier einen Bereich von umgebenden Pflanzen, Sträuchern und Bäumen, einen Ort des Gedenkens, der Ruhe, der Besin­nung und des Lebens schaffen, ist uns ein großes Anliegen“, sagt Kirchenvorstandsvorsitzende Almut Harms. „Wir hoffen, mit den gemeinsamen Aktivitäten zur ökologischen Aufwertung auch jüngere Menschen in unserer Gemeinde ansprechen und motivieren zu können.“ Beim Projekt könnten auch Rasengräber angelegt werden.

Da der Kirchenvorstand die anfallenden Arbeiten nicht alleine ausführen kann, bittet er um Mithilfe. Alle Maßnahmenvorschläge sollen bei einer öffentlichen Begehung der Friedhöfe, zu der die Kirchengemeinde Westeraccum alle Interessierten am Freitag, 11. März, um 14.30 Uhr (Treffpunkt vor dem Gemeindehaus) ein­lädt, vorgestellt und diskutiert werden.

Quelle: Anzeiger für Harlingerland vom 05.03.2022

Antependien führen durch das Kirchenjahr

Freitag, 23. April 2021

GLAUBEN – Westerbur erhielt neue Vorhänge für den Altar im kleinsten Gotteshaus der Kirchengemeinde an der Ee

von Helmut Burmann

WESTERBUR. Ein Kirchenjahr wird bunt durch seine Farben: Violett, Weiß, Grün und Rot haben ihre liturgische Bedeutung. Diese ist am deutlichsten sichtbar am Antependium (lateinisch „Vorhang“) am Altar. Vielfach handelt es sich dabei um reich verzierte und bestickte Vorhänge aus Stoff. Nicht so in der Kirchengemeinde Westerbur, die vor kurzem neue Vorhänge für ihren Stipes, den Altar-Unterbau, bekam. Das Westerburer Antependium ist aus Wolle und wurde mit Seide verfeinert. Vor dem Antependium steht als Zeichen der Gemeinde ein Schiff aus Edelstahl mit goldfarbenem Rumpf, das vom Dornumersieler Arno Weyerts gefertigt wurde.

Aber auch das Antependium wurde in der Gemeinde hergestellt – in der Dornumer Handweberei Fiefschaft, die von der Mutter des Westerburer Kirchenvorstehers Johannes Steffens, Irene Steffens, gegründet wurde. Finanziert hat die nur 180 Mitglieder große Kirchengemeinde, die seit nunmehr fast drei Jahren einen neuen Geistlichen sucht, ihren neuen Altarschmuck, der jüngst eingeweiht wurde, durch Kollekten, freiwilliges Kirchengeld und eine Zuwendung der Raiffeisen Volksbank Fresena.

Die Westerburer Kirche ist die jüngste und kleinste der drei Kirchen der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden an der Ee – Roggenstede, Westeraccum und Westerbur. Erstmals wird Westerbur im Jahr 1530 als Kirchspiel erwähnt. Zuvor soll in Westerbur nur eine Kapelle gestanden haben, eine Filialkirche von Fulkum. Die Kirche wurde im Jahr 1753 auf den Grundmauern der mittelalterlichen Vorgängerkirche als Saalkirche mit polygonalem Chor erbaut. Dabei wurden die alten Backsteine wiederverwendet. Westlich ist der kleine Kirchturm angebaut, der auch als Eingang fungiert.

Der Innenraum wird von einem hölzernen Tonnengewölbe abgeschlossen. Die Einrichtungsgegenstände stammen im Wesentlichen aus dem Vorgängerbau.

Die Orgel wurde 1860 von Arnold Rohlfs gebaut und verfügt über sieben Register auf einem Manual und angehängtem Pedal.[4] Ungewöhnlich ist dessen Bauweise als sogenanntes Messerrückenpedal, das in Ostfriesland nur selten begegnet und Rohlfs noch in Thunum (1855) und vermutlich auch in Siegelsum (1845) eingesetzt hat. Das Instrument ist weitgehend erhalten.

Quelle: Anzeiger für Harlingerland vom 10.04.2021